AdCoa-Blog | Brigitta Ehrhardt, Coaching und Teaming Kolbermoor

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46 Burnout - Last und keine Entlastung II

Richtig-Falsch-Denken verhindert eine effektive Problemlösung

Was denken Sie über die agierenden Personen? Dass dieser Chef ein herzloser Kerl ist, der seine Mitarbeiterinnen maßlos überfordert? Dass er ein hilfloser Mensch ist, weil er seine Leistungs-Vorgaben ‘von oben’ hat und gar nicht anders kann? Dass er seine Hilflosigkeit hinter einem dominanten Verhalten versteckt, um nicht als Schwächling dazustehen? Dass er im wirtschaftlichen Sinn absolut richtig handelt: Wenn die Kosten zu hoch werden, ist die Firma auf dem Markt nicht mehr wettbewerbsfähig und die Arbeitsplätze sind in Gefahr, die von Monika und Stella eingeschlossen? Dass er ein Mann ist und Männer nur Zahlen im Kopf haben?
Was halten Sie von der Kollegin Stella? Ist sie nicht durch und durch egoistisch, um nicht zu sagen ‘unfair’, ganz und gar nicht kollegial? Handelt sie im Sinne unserer christlich geprägten Kultur der Nächstenliebe nicht total daneben?  Regt sich Widerstand in Ihnen und sie sagen: Stella ist doch keine Mutter Theresa. Sie steht mitten im Wettbewerbs-Leben und muss zusehen, dass sie ihre Leistungsfähigkeit erhält. Wenn sie das in dieser Situation auf Kosten von Monika tut, ist das zwar bedauerlich, aber höchst realistisch und zukunftsorientiert. Was hat die Firma davon, wenn sie sich beide völlig verausgaben? Diese Stella schätzt die Situation besser ein, als Monika. The survival of the fittest!  Das uralte Evolutionsprinzip: Nur der Fitteste hat das Recht zu überleben?
Und Monika? Sie ähnelt Ihnen? Sie würden genau so handeln? Sie finden - christlich hin, christlich her - dass sie menschlich handelt, human-orientiert? Und dass wir solche Menschen dringend auch im Berufsleben brauchen, weil die Wirtschaftswelt sonst emotional erfriert?  Oder denken Sie: ‘Von wegen human! Die will der Stella doch nur beweisen, wie es richtig wäre und zeigen, dass sie es auch ohne ihre Unterstützung schafft. Die will doch hinterher nur die Lorbeeren kassieren und beim Chef Liebkind sein.’ Oder denken Sie: Diese Monika handelt zwar verständlich, aber nicht sehr zukunftsorientiert. Sie überschätzt sich total, powert sich völlig aus und dann braucht sie sich nicht krankschreiben lassen, dann ist sie krank. Ganz zu schweigen von den Kosten, die bei einem Burnout auf die Firma zukommen…
Jeder hat gute Gründe und viele gute Begründungen für seine Argumente - genau das ist die Problematik: Jede der drei Personen handelt aus ihrer Sicht ‘richtig’. Die Einstellung, ‘das Richtige zu tun’ verhindert jedoch, dass Monika Müller nach einer effektiven Problemlösung sucht.

Dienstag, 19. April 2011 um 08:40 Uhr
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