AdCoa-Blog | Brigitta Ehrhardt, Coaching und Teaming Kolbermoor

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48 Burnout - Last und keine Entlastung IV

Auf das Outfit kommt es auch an

Monika Müller steht vor dem Spiegel, aufrecht (damit sie selbstsicher wirkt), Schultern gesenkt (damit sie angstfrei wirkt), Kopf leicht nach vorne geneigt (damit sie nicht arrogant wirkt), aber auch nicht gesenkt (damit sie nicht schüchtern wirkt) und sie ist einigermaßen zufrieden mit sich. Wenn da nur nicht diese Ringe unter ihren Augen wären. Sie rückt näher an den Spiegel heran, betrachtet ihre Haut. Sie ist keine 20 mehr, das muss sie schon zugeben. Aber so großporig und fahl wirkt sie wirklich sehr gestresst. Sie überlegt sich, ob sie Make-up verwenden soll. Immerhin will sie ja Eindruck schinden. Oder lieber doch nicht? Ihr Vorgesetzter soll ruhig sehen, dass es ihr schlecht geht mit diesem Riesen-Arbeitspensum. Soll sie? Oder soll sie nicht? Immerhin: Er ist ein Mann. Bei Männern sollen Frauen angeblich mehr erreichen, wenn sie sich für ihn ‘schön machen’, Attraktivität ausstrahlen. Da fühlen sie sich gebauchpinselt. Bei diesen Gedanken muss Monika Müller unwillkürlich grinsen.
Sie verschiebt die Entscheidung, tritt einen Schritt zurück und begutachtet ihr Outfit. Naja, attraktiv ist anders. Ob sie mal zu einer Stil-Beratung geht? Oder auch zu einer Farbtyp-Beratung? Sie erschrickt: Das wird ganz schön teuer. Lieber nicht. Außerdem, was soll das schon bringen? Ihrem Vorgesetzten kann es doch egal sein, was sie anhat. Die Hauptsache, es ist sauber und angemessen. Sie betrachtet ihr Kostüm mit der blauen Bluse. Sie wirkt so seriös darin. Zu seriös? Monika Müller ist ausgesprochen unsicher. Ihre Freundin rät ihr, sich beraten zu lassen. “Investiere das Geld. Es ist ja schließlich kein Alltagsgespräch, das du führen willst. Es kann über deine Gesundheit und deine berufliche Zukunft entscheiden. Es kann natürlich auch in die Hose gehen. So fertig, wie du in letzter Zeit immer bist, würde ich mir dann aber an deiner Stelle etwas anderes suchen.”
Monika Müller gesteht sich innerlich ein, dass sie ihre Arbeit liebt. Sie fühlt sich auch sicher darin, hat Routine, will eigentlich nicht weg. Und schließlich verdient sie auch ziemlich gut. Und hat ja ansonsten sehr nette Kollegen. Und Stella, mit der ist sie ja eigentlich auch immer gut ausgekommen. Und über Herrn Sondermann kann sie sich normalerweise auch nicht beschweren. Und während sie so die Argumente addiert, fühlt sie, dass sie die Option, zu kündigen, absolut nicht in Erwägung ziehen will. Es lohnt sich um einen solchen Arbeitsplatz zu kämpfen. Entschlossen macht sie Termine für eine Farbtyp- und Stil-Beratung.

Donnerstag, 28. April 2011 um 09:17 Uhr
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